Lauschangriff bei Kaffee Mocha
Zum Frühstück Costa Rica brewed coffee. Medium. To go. Und einen Blueberry Muffin. Ahhhh. Großartig. Das gehört zu den tausend Dingen, die ein Leben lebenswert machen. Luxus. Der Verkäufer im Coffee Place meines Vertrauens ist dort seit geraumer Zeit eine konstante Größe. Ebenso konstant ist sein Gesichtsausdruck. Er ist immer gelangweilt. Ein bißchen überheblich. Und gleichgültig. Er lächelt nie. Es scheint fast so, als wäre es unter seinem Niveau jemanden zu bedienen. Er ist Inder. Heute sagt er: Ju niiied ruuum for milk!? Ich sage: Yes, please. Und lächle. Er verzieht keine Miene und stellt mir den Kaffeebecher hin.
Vielleicht ist er in Wahrheit ein Spion. Vielleicht wollen die Inder groß ins Kaffeegeschäft einsteigen. Er ist undercover und hat wichtigeres zu tun, als mich höflich zu bedienen. Klar. Vielleicht spioniert er das Hotel direkt daneben aus. Da werden die großen Kaffeegeschäfte in der Stadt gemacht. Vielleicht hat er ja auch ein Babyphone. Ein Lauschangriff direkt vom Kaffeetresen aus. Vor meinen Augen. Und ich merks nicht. Können die mich später deswegen verhören? Vielleicht ist er ja auch ein Schauspieler. Wenn ich einen Kaffee Mocha bestelle, springt er auf den Tresen und singt? The next Shahrukh Khan. Aber ich nehm ja nur den Coffee of the day. Da gibt´s nix dazu.
Beim Milchdosieren höre ich wie der nächste in der Reihe sagt: Einen Kaffee Mocha zum Mitnehmen. Er singt nicht. Ich lache laut und denke: I tell u what I think, I think he´s a pain. He ain´t got a car but he drives u insane…