State of play - Mein Stand der Dinge
Ich war im Kino: State of Play. Und bei einem Mediadinner. Von der Firma Merck Selbstmedikation. Stand der Dinge ist folgender: Wenn ihr über Kinder nachdenkt und euer erster Gedanke lautet: Egal, was es wird, Hauptsache gesund!, dann seid ihr die passende Zielgruppe für Folat. Mindestens 600 bestens 800 mini-Einheiten pro Tag. Folat ist besser als Folsäure. Weil das keiner checkt, mach ich es mal ganz einfach: Folsäure muss vom Körper umgewandelt werden, damit er es aufnehmen kann. Wenn die Umwandlung gestört ist, ist die ganze Folsäure beim Teufel. Drum nehme Frau lieber mal das bereits aufbereitete Präparat um auf Nummer sicher zu gehen. Das ist erst Mal der Stand der Dinge.
Mehr Wissen braucht man doch nicht, oder? Ich bin Bloggerin und keine Fachjournalie. Russel Crowe würde mich über so wenig Hintergrundinfo belehren. In seinem Film, State of Play, klärt er eine Bloggerin über wahren Journalismus auf. Objektivität, Recherche und Hintergrundinfos sind ja das Wichtigste. Mir haben die Farben des Produkts gefallen. Das reicht ihm nicht. Natürlich. Dafür sind ihm Informanten und die Macht der Freundschaft und die Liebe zu Frauen so wichtig. Mir auch! Ich tu das für einen Freund und aus Liebe zu all den Frauen, die mich fragen: Brauche ich Folsäure?
Letztere Gruppe ist auch zahlreich anwesend. Sie halten alle ihre Aufnahmegeräte in Richtung Referenten. Sie fragen noch mal nach Zahlen. „Auf der 12. Folie Ihres Vortrags, war eine Zahl ..…“ Sie schauen alle betroffen auf die Schockbilder des Herrn Professor. Behinderte Kindern, mit fröhlichen Gesichtern! Das ist sein Stand der Dinge. Alle nicken und schütteln den Kopf und sprechen von Verantwortungslosigkeit. Es geht doch hier um Kinder und um das wahre Gesicht der Gesellschaft! Alle glauben seinem Stand der Dinge. Offene Rücken, Herzleiden und sonstige Organschwächen. Klingt irgendwie überzeugend, wenn er seine Fakten so auf den Tisch packt. Oder?
Ich denke unwillkürlich an Russel Crowe. Er hat auch alle Fakten auf den Tisch gebracht. Dafür wurde er fast erschossen, hat einen Freund verloren und eine Frau. Und all das wegen seinem Wahn, alles zu hinterfragen. Ich hinterfrage nichts! Ich bin ein Subjekt! Ich blicke nervös umher. Plötzlich erscheint mir alles so konspirativ. Der Mann neben mir, der dauernd Nasenspray braucht, der Kellner, der mir Prosecco serviert! Schon wieder! Ich sage rasch: Mein Shirt ist lila und passt damit perfekt zu den Farben des Produkts! Er nickt. Ich sehe, dass er mir das nicht abnehmen will. Drum sage ich noch: Ich bin BLOGGERIN! Ich muss mich nicht an die Fakten halten. Dafür kann mich keiner erschießen wollen! Er lächelt und sagt: Alles klar. Und ich, ich trinke rasch und sage „Auf Wiedersehn“. Das Essen trau ich mich nicht zu verkosten. Es wartet ja noch eine Veranstaltung auch mich: Konspirative Kunst – wie realistisch muss ein Gemälde sein.
Für Hintergrundinfos besucht bitte diese Seite: http://www.femibion.de/ oder macht einen Termin bei mir in der Praxis. Adé.
Tags:Femibion, Folat, Folsäure, Russel Crowe, State of Play

Frauen-Sites ist zurück! Was für ein Paukenschlag. Endlich werden wieder Promis, Essgewohnheiten und die Alltäglichkeiten im Bus und in der U-Bahn morgens zum Thema gemacht. Buon fortuna!
PS: Ich war in Illuminati.
Kommentar von goestasstimme — 30. Juni 2009 @ 11:18
Illuminati - hab ich gehört. war der so, wie man hört? nicht so gut :-)?
Kommentar von JuliaGulia — 30. Juni 2009 @ 12:29
Ist schlechter als Sakrileg, denn etwas kontruiert, besser aber als Affiliati.
Kommentar von goestasstimme — 30. Juni 2009 @ 14:53
ah, verstehe. warst du schon auf dem filmfest und hast dir den film mit der penelopez cruz angesehen? da kann man ja eigentlich nix falsch machen
Kommentar von JuliaGulia — 30. Juni 2009 @ 15:20
Bemerkenswert fand ich den Satz “Mir haben die Farben des Produkts gefallen.” Pardon, aber liegt es an mir als Person oder am Geschlecht, dass ich mich da frage ob Sie die Packung essen wollen?
Damit sind wir auch beim eigentlichen Anlass meines Kommentars: Eine gesunde Ernährung durch eine schlechte Ernährung mit punktueller Zufuhr von Ersatzstoffen ersetzen zu wollen kann immer nur an genau diesen Punkten den Sollzustand wiederherstellen. Aber die gesunde Ernährung wird dabei nie vollumfänglich ersetzt werden, vor allem nicht in ihrer Ausgewogenheit. Deswegen steht für mich an erster Stelle gerade in der Zeit der Schwangerschaft eben diese Ernährung; sollten trotz aller Bemühungen doch noch Defizite bestehen, dann sehe ich einen Anlass für medikamentöse Unterstützung.
Kommentar von Jürgen — 6. November 2009 @ 09:48