Im Dschungelcamp fehlen die Kohlmeisen
Themen gibt es ja heute ausreichend. Ukraine und Russland sprechen sich angeblich aus. In Hessen nix Neues. Und dennoch viel Aufruhr. Das Dschungelcamp läuft auch. Von den Moderatoren beeinflusst. Der Tatort zeigt das hässliche Gesicht der häuslichen Gewalt. Und mein Christbaum steht auf dem Balkon. Mit einem Meisenknödel. Unangetastet. Diese verdammten Vögel wollen ihn einfach nicht.
Ich denke nach. In meiner Warteposition. Vor dem Fenster. Über die Probleme in dieser Welt. Und erkenne: der Konflikt spielt sich direkt vor meiner Nase ab. Ich sehe das Meisenpaar. Wie es aufgeregt zwitschert. In der kahlen Birke. Direkt vor dem Fenster. Ich sehe es ihnen an. Sie wollen zum Knödel. Aber irgendetwas lässt sie nicht. Wie die Ukraine. Die will auch, aber Russland lässt sie nicht. Und die Hessen SPD. Die will ja auch. Im Gegensatz zum Wähler. Der will lieber Guido Westerwelle. Und die Tatort-Frau? Die will auch weg. Aber ihr Mann, der lässt sie nicht.
Und dann fallen mir wieder meine Vögel ein. Angenommen sie wollen ja. Aber können nicht. Weil etwas Stärkeres sie davon abhält? Etwas das so groß ist, dass sie fürchten, nicht mehr rauszukommen? Und da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Der Hund. Er ist nicht mehr da. Und dennoch ist er in den Köpfen der Vögel. Eine Bedrohung. Übermächtig. Kompromisslos. Sie fürchten sich. Wie die Frau im Tatort. Gelernt, ist eben gelernt.
Ich gehe auf den Balkon und denke an die Dschungelbewohner. Während die meisten da draußen Angst haben irgendwo hineinzugehen. Wie meine Kohlmeisen. Haben diese Menschen mehr Angst davor wieder rauszugehen. Und davor, was sie dort erwartet. So schlimm soll es den Meisen nicht ergehen. Der Knödel hängt jetzt am Fenstersims. Peace Media. Nennt man das.
Piep, piep.
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